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Mittwoch, 24. Januar 2024

Winter Tristesse

 

 

Grau in Grau der Tag beginnt,

Dem Morgen jede Farbe nimmt.

Spärliches Licht die Stunden erhellt,

Wie kalt sie ist, die Winterwelt !

Kein Strauch, kein Baum zu leben scheint,

In des Winters Ruhe sind sie still vereint.

Und doch lebt jeder für sich allein,

Einsam in den tristen Tag hinein.

 ©  Ursula Evelyn

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Bild erstellt mit KI von Seelenflügelgarten

 

Samstag, 6. Januar 2024

Eislauf

 

Auf spiegelndem Teiche
zieh' ich spiegelnde Gleise.
Der Kauz ruft leise.
Der Mond, der bleiche,
liegt über dem Teiche.

Im raschelnden Schilfe,
da weben die Mären,
da lachet der Sylphe,
in silbernen Zähren,
tief innen im Schilfe.

Hei, fröhliches Kreisen,
dem Winde befohlen!
Glückseliges Reisen,
die Welt an den Sohlen,
in eigenen Kreisen!

Vergessen, vergeben,
im Mondlicht baden;
hingaukeln und schweben
auf nächtigen Pfaden!
Sich selbst nur leben!

Gerhart Hauptmann
 
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Bild mit KI erstellt von Seelenflügelgarten
 

Donnerstag, 21. Dezember 2023

Die hohen Tannen



Die hohen Tannen atmen heiser
im Winterschnee, und bauschiger
schmiegt sich sein Glanz um alle Reiser.
Die weißen Wege werden leiser,
die trauten Stuben lauschiger.

Da singt die Uhr, die Kinder zittern:
im grünen Ofen kracht ein Scheit
und stürzt in lichten Lohgewittern, -
und draußen wächst im Flockenflittern
der weiße Tag zu Ewigkeit.


Rainer Maria Rilke.
1875 - 1926
 
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 Bild mit KI erstellt von Seelenflügelgarten

Sonntag, 17. Dezember 2023

Das Leben fühlen

 
 
Das Leben fühlen, so wie es ist,
Ganz bei dir sein, so wie du bist.
Jeden Atemzug spüren, tief in dir drin.
Dein Innerstes berühren, das ist der Sinn.
Die Seele erfassen, hell wie sie strahlt,
Sie baumeln lassen, bis das Glück dir naht.

Das Leben fühlen, mit all seiner Macht,
Es wird dir Stärke geben und viel Kraft.
Die innere Ruhe finden, im Einklang mit dir
Dann wird dir alles gelingen, im Jetzt und Hier.
Lass dein Herz dich leiten durch den Tag.
Bewahre die Ruhe, egal, was kommen mag.

© Ursula Evelyn
 
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Bild mit KI erstellt von Seelenflügelgarten
 

Dienstag, 12. Dezember 2023

Auf die Winterszeit

 


Der Winter hat sich angefangen,
Der Schnee bedeckt das ganze Land,
Der Sommer ist hinweg gegangen,
Der Wald hat sich in Reif verwandt.

Die Wiesen sind von Frost verzehret,
Die Felder glänzen wie Metall;
Die Blumen sind in Eis verkehret,
Die Flüsse stehn wie harter Stahl.

Wohlan, wir wollen von uns jagen
Durchs Feuer das kalte Winterkleid;
Kommt, lasst uns Holz zum Herde tragen
Und Kohlen dran, jetzt ist es Zeit.

Lasst uns den Fürnewein hergeben
Dort unten aus dem großen Fass!
Das ist das rechte Winterleben:
Ein′ heiße Stub′ und kühles Glas.

Wohlan, wir wollen musizieren
Bei warmer Luft und kühlen Wein;
Ein ander mag sein′ Klagen führen,
Den Mammon nie lässt fröhlich sein.

Wir wollen spielen, scherzen, essen,
Solang′ uns noch kein Geld gebricht,
Doch auch der Schönsten nicht vergessen,
Denn wer nicht liebt, der lebet nicht.

Wir haben dennoch genug zu sorgen,
Wann nun das Alter kommt heran;
Es weiß doch keiner, was ihm morgen
Noch vor ein Glück begegnen kann.

Drum will ich ohne Sorgen leben,
Mit meinen Brüdern fröhlich sein.
Nach Ehr′ und Tugend tu′ ich streben,
Den Rest befehl′ ich Gott allein.

Johann Rist
 *1607 † 31.08.1667
war deutscher Barockdichter
 
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Bild mit KI erstellt von Seelenflügelgarten
 

Mittwoch, 18. Januar 2023

Winterfreude

 
 
 

Seht mal, was für eine Pracht!

Der Winter hat uns Schnee gebracht.

Seht mal, wie es schneit!

Alles ist weiß, weit und breit.

 

Vom Himmel rieseln tausend Flocken,

Die Kinder aus den Stuben locken.

Es schneit, es schneit!

Das Land in einem weißen Kleid.

 

Lieber Winter, du meinst es gut,

Frierst Bäche und auch Teiche zu,

Lässt Eisblumen glitzern in der Sonne,

O Winter, was für eine Wonne.

 

Du schenkst uns so viel Freude,

Bringst so viel Spaß uns heute

Drum lass' es weiter kräftig schneien,

Damit wir uns noch lange freuen.

 

© Ursula Evelyn

 

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Bild: Pixabay