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Montag, 6. November 2023

Der Sommer ist vorüber


Der Sommer ist vorüber,
Der Herbst kehrt ein im Wald.
Die Tage werden trüber,
Des Sommers Melodie verhallt.

Das blasse Licht der Sonne,
Die Nebelwand durchbricht,
Es fällt auf welke Blätter,
Wenn der Tag anbricht.

Der Sommer ist vergangen
Die heiteren Tage sind vorbei,
Im Lauf der Zeit gefangen,
Im endlosen Raum verteilt.

 
© Ursula Evelyn
 
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Bild: Pixabay
 

Montag, 30. Oktober 2023

Das letzte Blatt

 Das letzte Blatt, es war so tapfer,
hielt den starken Windböen stand,
Es hielt sich fest am dünnen Zweige
und blickte weit hinaus ins Land.
 
 
Wind und Wetter hatte es ertragen,
Und sich des hellen Lichts erfreut.
Konnt' im Sonnenschein sich baden,
Hat sich demütig dem Sturm gebeugt.
 
Es wollte noch ein wenig bleiben,
Es hielt sich fest mit letzter Kraft.
Doch der Sturm rüttelte an den Zweigen,
Raubte ihm den letzten Saft.
 
Zwecklos Widerstand zu leisten,
Es musste loslassen, das sah es ein.
So segelte es leuchtend zu Boden,
sich dem Schicksal zu fügen, bereit.
 
Allein auf seiner unverhofften Reise,
Ohne Plan und ohne Ziel,
Fragte es sich ganz leise,
Ist das des Lebens ganzer Sinn ?
 
© Ursula Evelyn
 
~*~
 
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Montag, 23. Oktober 2023

Träume nur Seele

 
 Träume nur, Seele ...
 
 
In den verdämmernden Herbsttag hinein
zauberst du lachenden Sonnenschein,
und aus der Blätter vergilbendem Flor
blühen dir duftige Veilchen empor,
träumende Seele.

Tönt denn der Glocken dumpfhallender Klang
dir wie ein schmetternder Lerchengesang?
Siehst du der Erde verweintes Gesicht,
fühlst du die eisigen Nebel denn nicht,
träumende Seele? -

Träume nur, träume ... der Frühling ist weit;
Rosen hat's nimmer im Winter geschneit -
dumpf nur und klagend, verweht vom Nordwest,
läuten die Glocken zum Totenfest.
Träume nur, Seele ... 

Müller, Clara (1861-1905)
 
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Foto: Pixabay
 

Sonntag, 10. September 2023

Heiterkeit der Seele

 Denn das schenkt uns die Heiterkeit der Seele, nicht nur die,
die aus dem rechten Handeln erwächst, sondern gerade auch die,
die man der Beschränkung auf wenige wesentliche Aufgaben
verdankt.
 
 
Wenn man nämlich das meiste von dem, was wir sagen und tun,
als unnötig unterlässt, wird man mehr Muße und weniger Unruhe
haben.
Daher sollte man sich beim jedem gegebenen Anlass der Frage
erinnern:
Gehört das wirklich zu den unerlässlichen Handlungen?
Aber man soll nicht nur die Handlungen, die nicht unbedingt nötig
sind, unterlassen, sondern selbst Vorstellungen unterdrücken,
soweit sie nicht in einem höheren Sinne notwendig sind.
Denn dann folgen auch keine Handlungen nach, auf die man
gut verzichten könnte.

Marc Aurel
 
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Foto: Pixabay
 

Dienstag, 14. März 2023

Du kannst ein Herz kaufen

 
 
Du kannst ein Haus kaufen, aber nicht ein Heim!

Du kannst ein Bett kaufen, aber nicht Schlaf!

Du kannst dir eine
Uhr kaufen, aber nicht die Zeit!
 
Du kannst ein Buch kaufen, aber nicht das Wissen!

Du kannst einen guten Arzt bezahlen, aber keine Gesundheit kaufen!

Du kannst ein Herz kaufen,
 
 aber nicht die Liebe !
 
 
(Weisheit aus China)
  
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Mittwoch, 21. Dezember 2022

Abendstille Dämmerung

 
 

Abendstille Dämmerung,

Sonne, wie vom Wind verweht.

Wie friedlich und wie selig,

hier der Tag zu Ende geht.

 Eine herrlich süße Seelenruhe

Besitz von mir ergreift

Und auf sonderbare Weise fühle ich,

wie Daseinsfreude in mir reift.

 

© Ursula Evelyn

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Foto Pixabay

Freitag, 7. Oktober 2022

Goldener Herbst

 

Welk sind die Blätter,

Kahl geworden die Bäume,

Geblieben ist die Erinnerung

An des Sommers Träume.

 

Kalt weht der Wind,

Über die Weite der Felder.

Bemalt mit goldener Farbe

Hat der Herbst die Wälder.

 

Früh naht der Abend

In des Tages mildes Licht,

Taucht ein in das Dunkel

Bis der neue Tag anbricht.

 

Die fernen Sterne funkeln

Und der Mond scheint hell

In tiefen Schlaf versunken

Entschwinde ich der Welt.

  
© Ursula Evelyn
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Bild: Pixabay

Freitag, 16. September 2022

Die fünfte Jahreszeit



Wenn der Sommer vorbei ist und die Ernte in die Scheuern gebracht ist, wenn
sich die Natur niederlegt, wie ein ganz altes Pferd, das sich im Stall hinlegt,
so müde ist es - wenn der späte Nachsommer im Verklingen ist und der frühe
Herbst noch nicht angefangen hat - dann ist die fünfte Jahreszeit.

Nun ruht es. Die Natur hält den Atem an; an andern Tagen atmet sie unmerklich
aus leise wogender Brust. Nun ist alles vorüber: geboren ist, gereift ist,
gewachsen ist, gelaicht ist, geerntet ist - nun ist es vorüber .
Nun sind da noch die Blätter und die Sträucher, aber im Augenblick dient das zu
gar nichts; wenn überhaupt in der Natur ein Zweck verborgen ist: im Augenblick
steht das Räderwerk still. Es ruht.

Mücken spielen im schwarzgoldenen Licht, im Licht sind wirklich schwarze Töne,
tiefes Altgold liegt unter den Buchen, Pflaumenblau auf den Höhen ... kein Blatt
bewegt sich, es ist ganz still. Blank sind die Farben, der See liegt wie gemalt,
es ist ganz still. Ein Boot, das flußab gleitet, Aufgespartes wird dahingegeben - es ruht.

So vier, so acht Tage - Und dann geht etwas vor. Eines Morgens riechst du den
Herbst. Es ist noch nicht kalt; es ist nicht windig; es hat sich eigentlich gar
nichts geändert - und doch alles.
Noch ist alles wie gestern: Die Blätter, die Bäume, die Sträucher ... aber nun
ist alles anders....

Das Wunder hat vielleicht vier Tage gedauert oder fünf, und du hast gewünscht,
es solle nie, nie aufhören... Spätsommer, Frühherbst und das, was zwischen ihnen
beiden liegt. Eine ganz kurze Spanne Zeit im Jahre.

Es ist die fünfte und schönste Jahreszeit.
 
Tucholsky, Kurt (1890 - 1935)
 
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Foto: Pixabay

Sonntag, 31. Oktober 2021

Leuchtende Herbsttage

Welch' wunderbare Farben er uns schenkt, dieser Herbst !
Wie sie im Sonnenschein leuchten !
Wie blau und wolkenlos der Himmel in den letzten Tagen war !
Jetzt zu Beginn des Herbstes und des schleichenden Beginns
des eigenen Lebensherbstes werden auch die Tage immer stiller.
Das Empfinden von Freude dagegen wird immer tiefer.
Und Grund zur Freude bietet der farbenprächtige Herbst
auch in diesem Jahr wieder in Hülle und Fülle.
 

 
  So, wie ich die Natur und den Wechsel der Jahreszeiten beobachte und genieße,
das Werden und das Vergehen, so sehr genieße ich jeden neuen Tag.
Ich genieße den frühen Morgen, den Moment, wenn ich aufwache.
Diesen Moment, der noch so still ist - so unschuldig.
Der Moment am Morgen, der so voller Hoffnung beginnt, voller guter Gedanken.
Dieser neue Tag, den ich so voller Freude beginne und von dem ich hoffe, dass er
nur Gutes bringen möge. Ich genieße die Zeit nach dem Aufstehen, das Frühstück
in aller Ruhe,  den duftenden Kaffee, das frische Brötchen mit der selbstgemachten
Aprikosen-marmelade.

Danach der Gang durch den herbstlichen Garten. Mit den Knuddels an meiner Seite.
Die Ruhe, das Geräusch des Windes. Hier und da ein Vögelchen. Ein Eichhörnchen.
Ein Rascheln im Laub. Die Sonne, die angenehm frische Morgenluft, die ich tief
einatme. Ich mag es, das Gesicht eine Weile in die Strahlen der Sonne zu halten.
Die Augen zu schließen - an nichts zu denken - nur zu fühlen und zu spüren.
Lieber Gott, bin ich froh, nicht in einer Stadt leben zu müssen !
 
Ich spüre das Gefühl der Dankbarkeit in mir, diesen Glücksmoment, der mich beseelt.
Diesen wunderbaren Augenblick ganz bei mir zu sein. Wie schnell so ein Augenblick
vergeht ! Dieses tiefe, stille Gefühl zu leben. Das Leben mit allen Sinnen zu spüren.
Da zu sein, inmitten dieser herbstlichen Natur. Solche Augenblicke, solche Momente
des Glücks, das Gefühl von Zufriedenheit, von Gelassenheit, Heiterkeit, der stillen
Freude und des fröhlichen Lachens waren in den letzten Wochen eher selten
geworden. Die Sorgen um dieses Land, meine Heimat, hatte überwogen und das hat
mich ziemlich betrübt.
Jetzt bin ich wieder da - im Hier und Jetzt - bei mir - in meinem Leben.
Dafür bin ich dankbar.
 
Und so, wie ich mich auf den Tag freue, so freue ich mich auch auf den Abend
und die Nacht. Die Zeit der abendlichen Ruhe, des Entspannens, des Ausruhens.
Die gemütlichen Stunden der Muße. Das gemächliche Ausklingen und Revue
passieren lassen des gelebten Tages mit seinen Stunden.
Und schon gehört dieser Tag der Vergangenheit an und ist Erinnerung geworden.
 
Dann die Freude auf das Zubettgehen, auf den Moment, wenn ich mich unter
die Bettdecke kuscheln kann, auf das Dahindämmern in der Dunkelheit.
Das Hinübergleiten vom Wachzustand in eine bleierne Müdigkeit - hinein in das
Land meiner Träume.
 
Danke für jeden dieser Tage.
Für diese wunderbar hellen, strahlenden Herbstsonnenscheintage
und die wiederkehrende stille, tiefe Freude am Dasein mitten im Leben.
Die Seelenqualen der letzten Wochen ob der schlechten Nachrichten
sind endgültig verarbeitet, überstanden und vorbei !!!
Sollen sich diejenigen den Kopf zermartern, die das ganze Geschehen verursacht
und somit zu verantworten haben oder zuständig sind.
Ich habe meine Lebensfreude wieder zurückgewonnen
und die lasse ich mir auch nicht mehr nehmen.


Das Leben ist schön !
 
Alles, was Natur an Gutem schenken kann,
schenkt sie uns in Fülle.
Und dazu die Begabung,
all das zu genießen.
(Wabanaki)

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Bilder: Pixabay